Luftkurort

Gemeinde Ainring, ein Luftkurort

CIMG5836Die ersten Bemühungen um die Zuerkennung eines den Fremdenverkehr fördernden Prädikates gehen auf das Jahr 1962 zurück. Zwar hatte der Landesfremdenverkehrsverband schon 1936 mitgeteilt, Ainring könne sich "Fremdenverkehrsgemeinde" nennen und weiterhin bestünden keine Einwendungen, wenn sich die Gemeinde als "Sommerfrische" bezeichne, doch wollte man sich mit diesen inoffiziellen Wertungen nicht zufrieden geben. Zunächst strebte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverein die Anerkennung als Erholungsort an. Der Antrag hierfür wurde am 26.07.1963 beim Bayerischen Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen in München eingereicht. Von dort erfolgte die Verleihung dieses Prädikates am 10.12.1964. Im Anerkennungsschreiben wies der Fachausschuss auf die Notwendigkeit von Klimabeobachtungen hin, auf den Bau eines Schwimmbades, Erweiterung der Kanalisation und die Angleichung der Unterkunftsqualität in den einzelnen Ortsteilen. In einer Besprechung mit dem Landesfremdenverkehrsverband München-Oberbayern am 18.01.1965 zeigte dessen Vertreter die Möglichkeit der Einstufung als Luftkurort auf. Wesentliche Voraussetzung seinen allerdings eine zweijährige Klimabeobachtung und der Bau eines Schwimmbades. Über einen ausführlichen Erhebungsbogen informierte sich der Fachausschuss über die Struktur des infragekommenden Gebietes, über die Zahl der Fremdenbetten, die ärztliche Versorgung, die Wasserversorgung, die allgemeine Entsorgung, das Vorhandensein von Wanderwegen und Gaststätten und so weiter. Wesentlich länger dauerte die Erstellung einer Klimaanalyse, weil dazu vielseitige Untersuchungen vor Ort mittels verschiedener Messstellen für Temperatur, Sonnenschein, Wind und Luftbelastungen erforderlich sind, deren Arbeitsdauer ein Kalenderjahr umfasst. Die notwendigen Anlagen vermittelte der Fachausschuss. Sie waren hinter dem Ainringer Hof und beim Anwesen Michalek an der Straße nach Ulrichshögl aufgestellt. Die Betreuung übernahm Johann Michalek.

Mit Schreiben vom 12.12.1967 wurde Ainring von dem schon zitierten Fachausschuss das Prädikat "Luftkurort" zuerkannt. Inzwischen erfolgte mit Datum 01.01.1970 eine Gebietsreform, bei der der Gemeinde Ainring das Gebiet der Gemeinde Straß einverleibt wurde. Folgerichtig erfolgte die spätere endgültige Anerkennung nur für die Teile der ursprünglichen Gemeinde Ainring.

Im Jahre 1974 war die Gemeindeverwaltung in der Lage, dem Innenministerium einen Antrag mit den erneut geforderten Unterlagen einzureichen. Dieses übersandte am 16.01.1976 eine Urkunde, worin die Gemeinde Ainring als Luftkurort bestätigt wird. Als beteiligte Gemeindeteile sind darin nur die der alten Gemeinde vor 1970 aufgeführt, also nicht die hinzugekommenen Teile der alten Gemeinde Straß.

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In einem Begleitschreiben verweist der Innenminister darauf, dass die Gemeinde nunmehr berechtigt ist, die Bezeichnung Luftkurort dem Namen der anerkannten Gemeindeteile beizufügen, sie aber nicht zum Namensbestandteil wird. Weiterhin verlangt er eine periodische Überprüfung der klimatischen Eigenschaften mit dem letztlichen Nachweis, dass sich diese nicht wesentlich geändert haben. Noch im gleichen Jahr beschloss der Gemeinderat, ein Verfahren zur Anerkennung als Luftkurort für die inzwischen hinzugekommenen Teile der alten Gemeinde Straß einzuleiten. Ein Bescheid des Staatsministeriums ließ aber erkennen, dass sich wesentliche Voraussetzungen nicht erfüllen ließen, so dass die Gemeinde den Antrag zurückzog. Innerhalb der jetzigen Gemeinde sind also nur folgende Gemeindeteile in der Anerkennung als Luftkurort einbezogen:

Ainring, Adelstetten, An der Straß, Au, Berg, Bicheln, Bruch, Ed, Eschlberg, Feldkirchen, Fürberg, Gepping, Hagenau, Hammerau, Hausmoning, Heidenpoint, Hofer, Hort, Kohlstatt, Langacker, Mitterfelden, Moos, Mühlreit, Mühlstatt, Mürack, Perach, Pirach, Rabling, Rauchenbücheln, Reit, Schiffmoning, Schmiding, Simonhäusl, Ulrichshögl, Wiesbach.


 

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